Rosegger-Leseausgabe erscheint im Herbst

Ja, Peter Rosegger sei in der Waldheimat und darüber hinaus „gegenwärtig und verankert“, ist Johann Reischl überzeugt. „Die Menschen suchen schon noch den Waldbauernbuben, sie suchen auch seine Menschlichkeit, seinen Humor und das Lokalkolorit“, glaubt Reischl und gesteht: „Ich mag ihn als Dichter, ich mag seine Lebensweisheit, seinen Humor, auch seine Bauernschläue im positiven Sinn.“

Dennoch lässt der Obmann des Roseggerbundes Krieglach („Wir sind eine literarische Gesellschaft und sehen Peter Rosegger dementsprechend auch literarisch“) nicht nur die liebliche Seite des Waldheimat-Dichters gelten. „Man muss differenziert an ihn und sein Werk herangehen. Man kann und muss ihn auch ambivalent sehen. Schließlich war er wie jeder und jede ein Kind seiner Zeit.“

Zeitzeuge Rosegger
Das gelte nicht zuletzt für seine Beiträge im „Heimgarten“, die ein völlig anderes Rosegger-Bild als das herkömmliche vermitteln – wenngleich Reischl mit dem Begriff „Visionär“ für den Dichter wenig anfangen kann. „Er war ein Zeitzeuge für das Bauernsterben und die Industrialisierung des ausgehenden 19. Jahrhunderts“, sagt der Roseggerbund-Obmann, der dennoch über die anhaltende Bedeutung Roseggers in der Gegenwart staunt. „Erzherzog Johann, Peter Rosegger und Arnold Schwarzenegger sind wohl die bekanntesten Steirer“, mutmaßt er.

Stolz ist Reischl, dass noch heuer eine Rosegger-Leseausgabe herauskommt. Er hat diesbezüglich die Wiener Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl angesprochen, die wiederum den Germanisten und Rosegger-Kenner Karl Wagner kontaktiert hat. Erscheinen wird das Werk übrigens als Styria-Buch.

Quelle: Kleine Zeitung, 22.Jänner 2018

Fotograf: F. J. Böhm, um 1910, Universalmuseum Joanneum,
Multimediale Sammlungen, PL 53057

2018-01-24T12:46:27+00:00 24.01.2018|